Ausheben & aufbauen

Wie die Notausstiege entstehen

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Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust gab den Startschuss

Am 23. August war es soweit: Die HOCHBAHN hatte zum ersten Spatenstich für den Bau der U4 in die HafenCity geladen. 180 Gäste waren der Einladung in das Festzelt auf dem Gelände der künftigen HafenCity Universität gefolgt. Mit freier Sicht auf die bereits bestehende Baustelle begrüßte Günter Elste, Vorstandsvorsitzender der Hamburger Hochbahn AG, die Gäste mit einem Drei-Minuten-Film über das größte U-Bahn-Bauprojekt, an dem zur Zeit in Deutschland gearbeitet wird. Die neue U-Bahn-Linie wird ab Ende 2011 Hamburgs jüngsten Stadtteil mit der Innenstadt verbinden und weiter nach Billstedt fahren.

Nach dem Film hob Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust die Bedeutung des wachsenden U-Bahn-Netzes nicht nur für den neuen Stadtteil, sondern für ganz Hamburg hervor. Günter Elste blickte in seiner Rede schon in die Zukunft. Mit dem Bau der U4 sei auch der Sprung über die Elbe in Hamburgs Süden in erreichbare Nähe gerückt.

Baggerballett

Nach den Reden kamen die Bagger. Unter großem Beifall des Publikums zeigten die zwei „Riesen“ ihre tänzerisch-technische Beweglichkeit in einer erstaunlichen "Balletteinlage". Dann näherte sich der große Moment: Gemeinsam schritten fünf Herren zur Tat und griffen, eingerahmt von den Baggern, zum Spaten: Ole von Beust, Erster Bürgermeister, Günter Elste, Vorstandsvorsitzender der HOCHBAHN, Ulrich Sieg, verantwortlicher Vorstand der HOCHBAHN für das Projekt U4, Henner Mahlstedt, Vorstandsvorsitzender der HOCHTIEF Construction AG, als Vertreter der am Bau beteiligten Unternehmen und Jürgen Bruns-Berentelg, Vorsitzender der Geschäftsführung der HafenCity GmbH, markierten den offiziellen Baubeginn der U4 mit kräftigen Spatenstichen ins Erdreich. Die Zukunft zum Greifen nah, denn der Anfang ist gemacht!

Der Erste Spatenstich in Bildern

Fotos mit Eindrücken vom Ersten Spatenstich können Sie sich hier in der Fotogalerie anschauen...

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Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust gab den Startschuss

Am 23. August war es soweit: Die HOCHBAHN hatte zum ersten Spatenstich für den Bau der U4 in die HafenCity geladen. 180 Gäste waren der Einladung in das Festzelt auf dem Gelände der künftigen HafenCity Universität gefolgt. [log] => [format] => 3 [uid] => 1 [name] => admin [picture] => [data] => a:0:{} [nodeasblock] => 0 [taxonomy] => Array ( ) )

Vier Notausstiege im Abstand von jeweils 600 Metern entstehen zurzeit entlang der U4-Strecke. Zwei verschiedene Techniken nutzen die Spezialtiefbauer dabei, um die Baugruben in den wasserführenden Schichten zu sichern. Am Dalmannkai und am Alsterfleet werden dafür Schlitzwände eingesetzt, an der ABC-Straße, die mit 42 Metern unter der Erde zugleich die tiefste Stelle der Strecke ist, und am Alten Steinweg verwendet man Bohrpfahlwände: Im engen Innenstadtbereich lassen sie sich besser als die riesigen Schlitzwände herstellen.

Baugrubensicherung mit Bohrpfahlwänden…

Die Baugrubenwände für die Notausstiege am Alten Steinweg und an der ABC-Straße haben einen Außendurchmesser von ungefähr 10 Metern und bestehen bis in eine Tiefe von ungefähr 20 Metern aus Bohrpfahlwänden. Ähnlich einem Korkenzieher dreht sich bei ihrer Herstellung eine Bohrschnecke mit einem Durchmesser von 1,2 Metern in den Boden und fördert die Erde aus dem entstehenden Loch. Gleichzeitig werden Stahlrohrelemente von drei Meter Länge, die die Bohrschnecke wie ein Mantel umgeben, immer tiefer in das Bohrloch geschoben und miteinander zu einem Rohr verschraubt. Das Rohr sorgt dafür, dass keine Erde seitlich nachrutschen kann. Anschließend betonieren die Spezialtiefbauer den einen Meter dicken Pfahl mit einem Füllrohr von unten nach oben. Wie die Schlitzwände entstehen die Bohrpfähle auch im so genannten Pilgerschrittverfahren: Jeder zweite Bohrpfahl wird zunächst ausgelassen und erst dann gebohrt und betoniert, wenn die ersten fast ausgehärtet sind. 32 dieser Bohrpfähle sind nötig, um die Baugrube zu umschließen.

An diesen beiden Baustellen treffen die Spezialisten in der Tiefe von 20 Metern bereits auf wasserundurchlässige Böden aus Glimmerschluff und Glimmerton. Deshalb können sie den Schacht ab hier bis zur Sohle in einer Tiefe von ungefähr 40 Metern mit einem Kleinbagger ausheben und ihn mit einer Schale aus bewehrtem Spritzbeton sichern. Jetzt können die eigentlichen Arbeiten für die Notausstiege beginnen.

… und mit Schlitzwänden

Am Dalmannkai und am Alsterfleet werden die Baugruben mit Hilfe von Schlitzwänden gesichert. Die Schlitzwandelemente sind jeweils einen Meter breit und viereinhalb Meter lang. Am Alsterfleet reichen sie 39 und am Dalmannkai 47 Meter tief in die Erde. Sieben Elemente werden betoniert, das entspricht einem Außenumfang der Baugruben von 30 Metern.

Am Dalmannkai befindet sich keine vollständig wasserundurchlässige Bodenschicht, in die die Schlitzwand eingebunden werden kann. Deshalb bauen sie hier zwischen den Schlitzwänden eine dicke Betonsohle ein, damit kein Wasser von unten in die Baugrube eintreten kann. Sowohl der Erdaushub als auch die Betonierungsarbeiten der Sohle geschehen unter Wasser.

Die Querschläge

Die vier Notausstiegsschächte haben einen Innendurchmesser von 7 Metern, in deren Mitte ein Treppenhaus aus Fertigteilen Platz hat. Am unteren Ende des Schachts befindet sich jeweils ein Längsstollen, von dem zwei Gänge (Querschläge) zu den beiden links und rechts vorbeiführenden U-Bahn-Tunnelröhren führen. In den Querschlägen sorgen Schleusentüren dafür, dass der Fluchtweg möglichst rauchfrei bleibt. Die Türen in den Gängen sind wegen des Druckausgleichs immer geöffnet. Nur im Falle eines Brandes schließen sie automatisch. Für die Feuerwehrleute, die schnell und ungehindert mit ihrem Material vor Ort sein müssen, wird es im Schacht einen Aufzug geben.

Eiskalte Technik

Die Querschläge in den Notausstiegen Dalmannkai und Alsterfleet warten noch mit einer besonderen Bautechnik auf. Sie müssen hier nämlich durch wasserführende Schichten gegraben werden. Weil das aber nicht ohne weiteres möglich ist, bedient man sich eines eiskalten Kniffs: Die Bodenschichten rund um den geplanten Querschlag werden mit Sole, einer wässrigen Salzlösung meist aus Kalziumchlorid, bis -35 Grad Celsius so weit herunter gekühlt, dass die Erde an Ort und Stelle vereist und das Wasser in diesen Schichten gefriert. So gesichert, kann die Röhre für den Querschlag problemlos ausgehoben und mit Spritzbeton ausgekleidet werden.

Der Zeitplan

Die Baugrubensicherung ist im Januar 2008 abgeschlossen. Dann beginnen die Innenarbeiten an den Notausstiegen: Die Betonbauer legen von Februar bis September 2008 Schächte und Treppenaufgänge an. Nachdem die Schildvortriebsmaschine die beiden Tunnelröhren gebaut hat, folgen die Querverbindungen. Diese Arbeiten beginnen im Herbst 2009 und werden im September 2010 fertig sein.