Weiterer U4-Bauabschnitt „in trockenen Tüchern“: Das Wasser ist weg
"Die Fluten sind geteilt“, sagt Walter Gaulrapp und deutet nach rechts und links auf die 22 Meter hohen Wände. An einigen Stellen tropft Wasser herunter, „das ist normal, ganz trocken wird es hier nie, aber bautechnisch ist das absolut sicher“, so der Projektleiter der HOCHBAHN für den U4-Bauabschnitt HafenCity.
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Er steht mitten im Magdeburger Hafen – unterhalb des Wasserspiegels und unterhalb des Grunds. Wo vor kurzem noch Wasser und Schlick war, ist jetzt eine trockengelegte Baugrube mit einer 1,50 Meter dicken Betonsohle. Demnächst beginnen hier die Bauarbeiten für die beiden Tunnelröhren der U4.
Die Tunnelröhren durch den Magdeburger Hafen werden die künftige U4-Haltestelle Überseequartier mit dem Tunnel Versmannstraße verbinden. Um hier bauen zu können, mussten die U4-Profis die Baustelle mit kombinierten Spundwänden trockenlegen.
„Eine nasse, schlammige und beschwerliche Angelegenheit“, erzählt Walter Gaulrapp, während ein Container mit Beton an einem Kranhaken hereinschwebt und von zwei Arbeitern in Empfang genommen wird. Etwa den halben Weg der 118 Meter langen Betonsohle haben sie bereits geebnet, weiter hinten stehen noch größere Pfützen, die nach und nach verschwinden.
Walter Gaulrapp vergleicht das Vorgehen seines Teams mit der Arbeit einer Waschmaschine. „Wir mussten hier viel, viel sauber machen. Vorwäsche, Hauptwäsche, Spülen – und zwar im Schongang.“ Nachdem die Spundwände in den Boden gerammt waren und die Elbe zurückhielten, kam die Vorwäsche: „Bodenaushub bis zur künftigen Sohle, und in diese haben wir dann überdimensionale Dübel gebohrt.“ Diese 30 Meter langen sogenannten Gewi-Anker aus Stahl sind in einem Raster von zirka 2,50 mal 2,50 Meter angeordnet und haben ein Gewinde, daher ihr Name.
Hauptwäsche: „Dann haben wir in vier Abschnitten mit Unterwasserbeton die zwischen 10 und 18 Meter breite und anderthalb Meter dicke Sohle hergestellt und sie mit den Dübeln fest verankert.“ Spülen: „Genau genommen mussten wir zweimal spülen, aber das ist ja beim Waschen auch manchmal nötig. Da kam noch einmal viel Schlamm und Dreck zutage.“ Erst dann kamen die Pumpen zum Einsatz, die das Hafenwasser zwei Wochen lang herausgepumpt und in eine Wasserreinigungsanlagegefördert haben. „Die haben immerhin 150 Kubikmeter in der Stunde gepumpt“, so Walter Gaulrapp, „aber gut Ding will Weile haben.“
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Die Ausmaße der Baugrube durch den Magdeburger Hafen sind enorm, Projektleiter Gaulrapp: „Hier würde ein über 100 Meter langes Hochhaus mit acht Etagen hereinpassen. Oder, weil wir ja in Hamburg sind, etwa 1 100 Container, die sonst auf Frachtern um die Welt reisen“, sagt der Pfälzer.
Und wenn der U4-Tunnel gebaut ist – wie kommt das Wasser zurück in das Hafenbecken? „Ganz kontrolliert“, antwortet Gaulrapp.
„Über den Tunnel bauen wir noch eine Schutzschicht aus Eisensilikatgestein und entfernen danach die untere Steifenlage, die bisher die Spundwände sichert. Dann öffnen wir unsere sechs Flutklappen, bis der Wasserspiegel wieder auf dem normalen Niveau liegt, und bauen schließlich die Spundwand und Steifenlage aus. Das hier einmal die Fluten geteilt waren, wird sich dann wohl keiner mehr vorstellen können.“

