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Die U4 kommt

In drei Minuten vom Überseequartier zum Jungfernstieg, zwei Minuten später ist der Hauptbahnhof erreicht. So schnell verbindet die U4 ab September 2012 Hamburgs international hochgelobtes Stadtentwicklungsprojekt HafenCity mit den wichtigen Verkehrsknotenpunkten in der Hamburger Innenstadt (Streckennetz 2012).

Hamburg im internationalen Wettbewerb der Metropolen um wirtschaftliches Wachstum, Arbeitsplätze und Lebensqualität nach ganz vorn zu bringen, ist erklärtes Ziel des anspruchsvollen Konzepts der HafenCity. In Hamburgs jüngstem Stadtteil siedeln sich bereits zahlreiche Unternehmen und Investoren an und schaffen Arbeitsplätze für 40 000 Menschen. Hier entstehen Wohnungen in grünem und wassernahem Ambiente für 12 000 Menschen. Auch kulturelle und touristische Attraktionen wie das Science Center, das Cruise Center oder die Elbphilharmonie werden viele Besucher in das neue Quartier an der Elbe locken.

Leben und Arbeiten in der HafenCity – das funktioniert auch nur mit einer leistungsfähigen U-Bahn-Anbindung des Quartiers an die Innenstadt. Denn die Strecke werden täglich rund 35 000 Fahrgäste nutzen: Berufstätige und Bewohner, Studenten der neuen HafenCity Universität und Besucher vieler touristischer Highlights. Die Haltestellen Überseequartier und HafenCity Universität liegen so zentral in der HafenCity, dass man alle Ziele im Viertel bequem zu Fuß erreichen kann.

Oberirdisch – unterirdisch?

Für den Bau der U4 wurden 34 Streckenvarianten genau geprüft. Nach den sorgfältigen Auswahlverfahren blieben zunächst sechs, dann drei und zum Schluss die Vorzugsvariante „Ausfädelung Jungfernstieg“ übrig. Die von vielen gewünschte oberirdische Streckenführung in die HafenCity, hatte sich bereits in der ersten Runde als undurchführbar gezeigt. Zu viele Nachteile wie die notwendige Verlegung und Verbreiterung der Haltestelle Rödingsmarkt, ein hässlicher „Spaghettiknoten“ von übereinander führenden Gleisen am Hafenrand, extrem teure Schutzmaßnahmen gegen Schiffsanprall sowie keinerlei Entlastung der U3 in Betriebsspitzen und deutlich höhere Gesamtkosten hatten zum Ausschluss dieser Variante geführt.

Die beste Lösung: Ausfädelung Jungfernstieg

Die Ausfädelungs-Varianten Hauptbahnhof und Mönckebergstraße waren in der Schlussrunde ausgeschieden, weil sie sehr große technische Risiken aufwiesen. Aber auch die Belästigung der Anwohner und die Beeinträchtigungen des Verkehrs über einen sehr langen Zeitraum waren wichtige Kriterien, die gegen diese Varianten sprachen.

Als beste Variante hat sich schließlich die Ausfädelung aus der Haltestelle Jungfernstieg herauskristallisiert. Deutlich geringere Auswirkungen für die Anlieger, wesentlich geringere technische Risiken und eine hohe betriebliche Leistungsfähigkeit bei guter Erreichbarkeit der Innenstadt und einer schnellen Anbindung an das Fernverkehrsnetz des Hauptbahnhofes waren entscheidend für die Auswahl dieser Variante. Weiterhin kann das bereits bestehende Gleisbett an der Haltestelle Jungfernstieg für diese Ausfädelungs-Variante genutzt werden. Um die Anlieger am Jungfernstieg so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, setzen die Ingenieure der HOCHBAHN nur modernste Bauverfahren ein. Während der gesamten Bauzeit sind der Jungfernstieg selbst und der Bürgersteig vor den Geschäften nicht von den Baumaßnahmen betroffen, der Fuß-und Radweg auf der Wasserseite bleibt durchgängig nutzbar. Gleichzeitig soll ein attraktiver U4-Infopavillon allen Besuchern einen Einblick in das Bauverfahren und den Bauverlauf geben. Die HOCHBAHN wird so aus der Baustelle eine Schaustelle machen und damit zusätzliche Besucher zum Jungfernstieg holen.

Und die Baustelle am Anleger selbst wird bereits nach knapp zwei – statt geplanten dreieinhalb – Jahren zunächst auf die Hälfte verkleinert und verschwindet acht Monate später vollständig. Auch die notwendige Betriebsunterbrechung der Linie U2 zwischen den Haltestellen Gänsemarkt und Berliner Tor konnte inzwischen durch technische Verbesserungen von 12 auf 6 Monate reduziert werden.